5 Fischgesundheit
Infektionsversuche mit am FLI isolierten Bakterien, sowie weitergehende Eingrenzungen des Auftretens des Bachforellensterbens
Schon seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden an südbayerischen Fließgewässern alpinen Ursprungs im Spätsommer oder Herbst vereinzelt unerklärliche Bachforellensterben beobachtet, welche ausschließlich diese Fischart betrafen. Auch in manchen Gewässern des nördlichen Alpenkammes in Österreich und der Schweiz wurden ähnliche Vorkommnisse festgestellt. 1998 begann der LFV Bayern mit Untersuchungen, die seit 2003 in enger und fruchtbarer Kooperation mit dem LfU, Wielenbach durchgeführt wurden. Zwar konnte bis heute eine eindeutige Ursache des Phänomens noch immer nicht gefunden werden, doch gibt es mittlerweile eine Fülle von Erkenntnissen, deren Zuordnung und Interpretation neue Fragen aufgeworfen hat.
So deuten viele Befunde auf die Beteiligung eines Erregers hin, ohne dass jedoch auch das renommierte Friedrich-Löffler-Institut (FLI), welches als Bundesseucheninstitut hohe Kompetenz beim Erregernachweis hat, bislang irgendwelche Spuren eines Virus hätte nachweisen können. Jedoch konnten gegen Ende der Projektphase 2006 am FLI aus dort durchgeführten Infektionsversuchen an Bachforellen Bakterien isoliert werden, deren genaue Rolle im Krankheitsgeschehen unklar war.
Diese Bakterien hätten im Rahmen der weiterführenden Untersuchungen 2007 durch das FLI näher charakterisiert werden sollen. Auch die Suche nach diesen Bakterien bei aus freien Gewässern geborgenen Bachforellen wäre Teil der Aufgabenstellung gewesen. Gerade bei den hier anstehenden pathologischen und infektionsbiologischen Fragestellungen sowie bei der Beurteilung, Präparation und Aufarbeitung von Organproben wäre die Einbindung des LfU, Wielenbach jedoch unabdingbar gewesen. Dort gab es aber 2007 unerwartete personelle Engpässe. Zudem hätten ausgedehnte Flussbaumassnahmen an der Iller im Zuge des Hochwasserschutzes hohe Sedimentfrachten bedingt, die Expositionsversuche zur Gewinnung erkrankter Fische sehr erschwert hätten. Schließlich gab es bedauerlicher Weise Spannungen mit dem FLI, die das notwendige Vertrauensverhältnis in Frage stellten.
Es wurde daher beschlossen, die Versuche um ein Jahr zu verschieben und in der Zwischenzeit nach neuen Kooperationspartnern im bayerischen Raum Ausschau zu halten. Die Zeit wurde stattdessen für eine gründliche Aufarbeitung der Versuchsergebnisse 2006 genutzt und ein umfangreicher Bericht erstellt. Dies erwies sich als nützliche Grundlage, um die nun für 2008 und 2009 anvisierten Versuche teilweise zu modifizieren.