Pressemitteilungen
Auf dieser Seite finden Sie die aktuellen Pressemitteilungen des Landesfischereiverbands Bayern e.V.
Als anerkannter Naturschutzverband informieren wir Medien und Öffentlichkeit über aktuelle Themen, Projekte und Positionen rund um Fischerei, Gewässerökologie und Artenschutz in Bayern.
„Bayern kann Fisch“
zeigt die Vielfalt moderner bayerischer Fischküche

Starnberg, 30. März 2026 – Mit großer Resonanz fand am Freitag, 27. März, die Gemeinschaftsveranstaltung „Bayern kann Fisch“ der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und des Landesfischereiverbands Bayern (LFV) am Institut für Fischerei in Starnberg statt. Unter Anleitung erfahrener Fischprofis, erlebten die Teilnehmenden – darunter die Münchner Wiesnwirte Christian Schottenhamel, Luis Haberl und Hans Stadtmüller – die Verarbeitung und Zubereitung heimischer Fischarten in der Praxis. Mit Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern war auch der Tourismus und die Gastronomie hochkarätig vertreten um die nachhaltige und regionale Fischproduktion mit ihren kurzen Transportwegen weiter und stärker zu etablieren. Praxisnahes Arbeiten direkt am Starnberger See Am Vormittag zeigten Fischkoch Sven Christ (Restaurant Ticaret, München) und Fischwirtschaftsmeister Walter Strohmeier vom LfL-Institut für Fischerei moderne Techniken der Fischzubereitung. Von der fachgerechten Verarbeitung über das Filetieren bis hin zu kreativen Rezeptinterpretationen wurde die kulinarische Vielfalt bayerischer Fischarten eindrucksvoll demonstriert. Die Teilnehmenden konnten die einzelnen Schritte nicht nur verfolgen, sondern auch selbst ausprobieren – ein Format, das besonders großen Zuspruch fand. Nachhaltiger Genuss aus Bayern Bei der anschließenden gemeinsamen Verkostung unterstrichen LfL-Präsident Stephan Sedlmayer sowie LFV-Präsident Axel Bartelt, die Bedeutung nachhaltig erzeugter heimischer Fischprodukte. Bartelt würde sich insbesondere noch mehr Wertschätzung für das Lebensmittel Fisch in der Bevölkerung wünschen. Dabei sei Bayern mit derzeit rund 5.000 Tonnen Fischproduktion weiterhin die Fischregion Nummer eins bezüglich Karpfen- und Forellenproduktion in Deutschland. „Darauf können wir in Bayern und insbesondere unsere zahlreichen Teichwirte sowie Fischzüchter stolz sein“, betont Bartelt. „Fisch aus heimischen Gewässern ist ein hochwertiges regionales Lebensmittel und eine echte bayerische Delikatesse.“ Viele Menschen hätten heute den Bezug zum Tier und zur Herkunft ihrer Lebensmittel verloren. Gerade heimischer Fisch stehe jedoch für lokale Erzeugung, kurze Wege und hohe Qualitätsstandards, so Bartelt. Bayerischer Fisch ist nicht nur regional, vielseitig und aromatisch, sondern auch gesund: Er liefert hochwertige Proteine, wichtige Vitamine sowie wertvolle Omega‑3-Fettsäuren. Damit trägt er wesentlich zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Starker Impuls für Gastronomie und regionale Erzeugung Mit dem Format „Bayern kann Fisch“ setzen LfL und LFV ein deutliches Zeichen für die Bedeutung regionaler Fischwirtschaft. LfL-Präsident Stephan Sedlmayer: „Diese Veranstaltung, die passend vor der Karwoche schon zu einer Tradition geworden ist, stärkt das Bewusstsein für nachhaltige Fischproduktion und deren Potenzial für bayerische Gastronomie und Verbraucherinnen und Verbraucher“. Über die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist das Wissens- und Dienstleistungszentrum für die Landwirtschaft in Bayern. Zu den wichtigsten Aufgaben des Instituts für Fischerei zählen die Forschung und die Ausbildung in diesen Themengebieten. Im Rahmen der Aus-, Fort- und Weiterbildung, inklusive der Fischerprüfung, werden jährlich Tausende Personen im Umgang mit Fisch und Gewässer geschult. Über den Landesfischereiverband Bayern Der Landesfischereiverband Bayern e.V. ist die größte Dachorganisation der bayerischen Angel- und Berufsfischer. Seine Mitglieder organisieren sich in sieben Bezirksverbänden mit über 850 Fischereivereinen und 142.000 Mitgliedern. Als nach Bundesnaturschutzgesetz anerkannter Naturschutzverband verbindet der LFV Bayern Gewässerökologie mit der Förderung der Fischerei.
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Fotos: T. Funke
Gericht kippt erneut rechtliche Regelung zur Fischotterentnahme – Teichwirtschaft in Sorge
Gericht bestätigt massive Schäden – Klagen gefährden die Teichwirtschaft in Bayern

Oberschleißheim, 20.03.2026 – Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat erneut eine Regelung zur Entnahme von Fischottern im Freistaat vorläufig außer Kraft gesetzt und als rechtswidrig bewertet. Wieder einmal stehen Bayerns Teichwirte damit ohne jede Schutzmöglichkeit den massiven Fraßschäden gegenüber – obwohl das Gericht selbst bestätigt, dass Fischotter erhebliche Schäden in Teichanlagen verursachen können. Damit verschärft sich die ohnehin dramatische Lage weiter. Teichwirte erneut im Stich gelassen „Dieser erneute Rückschlag ist ein Desaster für unsere Teichwirtschaft“, erklärt Alfred Stier, Vizepräsident des Landesfischereiverbands Bayern für die Berufsfischerei. „Seit Jahren warnen wir davor, dass unsere Betriebe ohne wirksame Otterentnahmemöglichkeiten in ihrer Existenz bedroht sind. Dass die Entnahme erneut kassiert wurde, lässt unsere Teichwirte wieder völlig schutzlos zurück.“ Seit Jahren warnt der LFV Bayern davor, dass zahlreiche Betriebe ohne wirksame Entnahmemöglichkeiten in ihrer Existenz bedroht sind. Viele der betroffenen Betriebe stehen am Rand der Aufgabe – mit gravierenden Folgen für regionale Lebensmittelproduktion, Kulturlandschaft und Biodiversität. „Für uns bedeutet das erneute Urteil: Wir dürfen weiter zusehen, wie Otter unsere Teiche leerräumen“, kommentiert Alfred Stier. „Eine solche Perspektivlosigkeit sucht man in anderen Wirtschaftsbereichen selbst in Anbetracht der schlechten Weltwirtschaftslage vergebens.“ Otter gefährdet seltene Fischarten Der Landesfischereiverband warnt zudem vor zunehmenden Artenschutzkonflikten: Die absolute Schutzstellung des Fischotters gefährdet stark bedrohte Arten wie Huchen, Nase oder Äsche, da Otter an Laichplätzen und neuralgischen Punkten wie Fischaufstiegsanlagen erhebliche Verluste verursachen. Auch die Teichwirtschaft leistet wichtige Biodiversitätsarbeit – fällt sie weg, verlieren viele Arten ihre Lebensgrundlage. „Wir haben großes Verständnis für Artenschutz – aber Artenschutz darf nicht an der Wasseroberfläche enden“, betont Alfred Stier. „Einseitiger Schutz eines Rückkehrers auf Kosten ganzer aquatischer Ökosysteme ist kein Naturschutz, sondern eine Einbahnstraße für unsere Biodiversität.“
Der LFV fordert deshalb erneut die sofortige Umsetzung seines 10-Punkte-Plans:
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Rechtssichere neue Entnahmeverordnung
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Ausweitung der Entnahme auf Fließgewässer
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Härtefall- und Erschwernisausgleich
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Höhere Schadensersatzmittel
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Schnellere Auszahlung von Entschädigungen
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Förderung von Schutzmaßnahmen und erleichterte Genehmigungen
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Förderung von Teichumbau und Schutztechnik
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Prüfung des EU-Schutzstatus des Otters
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Bayernweites Monitoring der Otterpopulation
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Ökologisch ausgewogenes Ottermanagement nach österreichischem Vorbild
„Wir brauchen Lösungen – keine weiteren Jahre des Stillstands“, so Alfred Stier.
Über den Landesfischereiverband Bayern
Der Landesfischereiverband Bayern e.V. ist die größte Dachorganisation der bayerischen Angel- und Berufsfischer. Seine Mitglieder organisieren sich in sieben Bezirksverbänden mit über 850 Fischereivereinen und 142.000 Mitgliedern. Als nach Bundesnaturschutzgesetz anerkannter Naturschutzverband verbindet der LFV Bayern Gewässerökologie mit der Förderung der Fischerei.
Bayerns Fisch des Jahres 2026: Die Äsche
Wo das Wasser sauber und die Natur intakt ist, lebt die Äsche – doch in Bayern ist sie stark gefährdet
Fotos: Lukas Kaiser
Oberschleißheim, 28.10.2025 – Sie ist ein Symbol für klares, lebendiges Wasser und ein Gradmesser für den Zustand unserer Flüsse: die Äsche (Thymallus thymallus). Der Landesfischereiverband Bayern hat diesen charakteristischen Salmoniden zum Bayerischen Fisch des Jahres 2026 gewählt – und lenkt damit den Blick auf den zunehmenden Verlust naturnaher Fließgewässer in Bayern und den besorgniserregenden Zustand der Fischbestände: laut dem bayerischen Fischzustandsbericht 2024 sind heute bereits 53 Prozent der heimischen Flussfischarten gefährdet. „Die Äsche steht wie kaum eine andere Fischart für sauberes, sauerstoffreiches Wasser und eine intakte Flusslandschaft“, betont Axel Bartelt, Präsident des LFV Bayern. „Doch genau diese Lebensräume verschwinden in Bayern mehr und mehr. Wenn wir nicht aufpassen und konkrete Maßnahmen ergreifen, werden wir diesen wunderschönen Fisch in Bayern verlieren und unsere Kinder lernen ihn dann nur noch aus Büchern kennen.“ Leitfisch einer ganzen Region Die Äsche gilt als Leitart der sogenannten Äschenregion – jener Flussabschnitte, in denen das Wasser kühl, klar und reich an Sauerstoff ist. Sie bewohnt vor allem mittelgroße Bäche und Flüsse mit kiesigem Grund wie die Isar im Voralpenraum, den Schwarzer Regen im Bayerischen Wald oder die Wiesent in Franken, in denen sie im Frühjahr (März–April) laicht. Dabei legt sie ihre Eier in flache Kiesbetten, die vor Feinsedimenten und plötzlichen Wasserstandsschwankungen geschützt sein müssen. Doch genau diese Bedingungen sind in vielen bayerischen Gewässern kaum mehr gegeben. Stauhaltungen, Schwallbetrieb, Uferverbauungen, Einträge aus der Landwirtschaft mangels ausreichender Uferrandstreifen und der Verlust natürlicher Kiesflächen beeinträchtigen die Fortpflanzung der Art bereits seit Jahren erheblich. Hinzu kommen zusätzlich steigende Wassertemperaturen, die als Folge des Klimawandels den Lebensraum der Äsche weiter einschränken. „Die Äsche zeigt uns als sehr sensibler Gradmesser, wie weit sich unsere Gewässer von ihrem natürlichen Zustand entfernt haben und weiter entfernen“, so Bartelt weiter. „Renaturierung, Strukturvielfalt und eine naturnahe Wasserbewirtschaftung sind keine Luxusprojekte, sondern Voraussetzung für lebendige Flüsse in Bayern und damit wichtig für uns alle. Die Äsche erinnert uns eindringlich daran, dass jeder Eingriff ins Ökosystem Folgen hat.“ Der Äsche geht es nicht erst seit kurzem, sondern seit den Neunzigerjahren schlecht. Deshalb gab es bereits etliche Aktionen zu ihrem Schutz. Mit großem Aufwand fördern Fischereivereine die Nachzucht von Äschen zur Auswilderung in den freien Gewässern, um die Bestände zu stützen. Doch neben dem beeinträchtigten Lebensraum stellen insbesondere Prädatoren eine große Gefahr für die Bestände der Äsche dar. Äschen halten sich überwiegend im Freiwasserbereich auf und nicht in geschützten Uferbereichen – damit sind sie leichte Beute für ihre Fraßfeinde. Die massive Zunahme von Kormoran-, Gänsesäger- und Fischotter haben einen direkten Einfluss auf die Äschenbestände. Es braucht also zu den Renaturierungsanstrengungen auch ein zielgerichtetes Wildtiermanagement für diese Beutegreifer, wenn die Äsche in Bayern eine Zukunft haben soll. Fischer im Einsatz für die Äsche Bayerns Fischerinnen und Fischer engagieren sich seit Jahrzehnten für den Erhalt der Äschenbestände. Neben Schonmaßnahmen, und Wiederansiedlungsprojekten stehen vor allem Habitatverbesserungen im Fokus: das Aufweiten von Flussläufen, die Wiederherstellung von Kiesbänken und die Sicherung durchgängiger Fließgewässer. Doch der Schutz dieser für Bayern charakteristischen Fischart kann nur gelingen, wenn die ökologische Funktionsfähigkeit der Flüsse langfristig wiederhergestellt wird. Dafür braucht es eine gemeinsame Kraftanstrengung von Wasserwirtschaft, Fischerei, Politik und Gesellschaft. Die Wahl der Äsche zum Bayerischen Fisch des Jahres 2026 ist daher mehr als eine symbolische Geste – sie ist ein dringender Appell, sich intensiver um Bayerns Flüsse zu kümmern, damit wieder mehr Leben im Wasser möglich ist.


