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Bleiverbot rückt näher

vor 1 Tag
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 14 Stunden

EU geht nächste Schritte im Verbotsverfahren des giftigen Materials: Mehr Gewässerschutz, aber was kommt auf die Fischer zu?


Die Europäische Union macht ernst beim Thema Umwelt- und Gewässerschutz: Künftig wird der Verkauf von bleihaltigem Angelgerät schrittweise eingeschränkt. Hintergrund sind Untersuchungen der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), wonach jedes Jahr große Mengen Blei durch Jagd und Angelfischerei in die Umwelt gelangen und dort Wasservögel, andere Tiere und letztlich auch den Menschen belasten können.

Nach der Zustimmung des REACH-Ausschusses Ende April 2026 befindet sich die Verordnung in der letzten politischen Prüfphase. Nach aktuellem Stand ist kein generelles Nutzungsverbot beschlossen worden. Für Angler besonders wichtig: Bereits vorhandene Bleie und Köder dürfen weiterhin verwendet werden. Die Regelungen betreffen vor allem den Verkauf neuer Produkte.


Schritt für Schritt

Die Umstellung erfolgt schrittweise. Sechs Monate nach Inkrafttreten sollen Bleidraht und sogenannte Drop-in-Bleie nicht mehr verkauft werden. Für Angelbleie und Köder bis 50 Gramm gilt eine Übergangsfrist von drei Jahren. Schwerere Gewichte zwischen 50 Gramm und einem Kilogramm dürfen noch fünf Jahre verkauft werden. Produkte mit weniger als einem Prozent Bleianteil bleiben von den Beschränkungen ausgenommen.

Was bedeutet das konkret für den Angler? Zunächst besteht kein Grund zur Eile. Vorhandene Bestände können weiterhin genutzt werden. Wer jedoch neues Material anschafft, sollte sich bereits jetzt mit Alternativen aus Wolfram (Tungsten), Zinn oder Stein beschäftigen. Viele dieser Produkte sind inzwischen in nahezu allen Angelsparten erhältlich. Insbesondere im Raubfischbereich haben sich bleifreie Jigköpfe und Gewichte bereits bewährt.

Langfristig wird sich die Angelei damit verändern, aber nicht grundsätzlich erschwert werden. Die eigentliche Herausforderung liegt weniger bei den Fischern als bei Herstellern und Handel, die ihre Sortimente umstellen müssen. Für die Fischerei bedeutet die Entwicklung vor allem eines: mehr Gewässerschutz und weniger Schadstoffeinträge in die Natur.


Ausführliche Informationen finden Sie beim Deutschen Angelfischerverband:



Verschiedene ikonographische Darstellungen eines kalssischen Tropfenbleies
Verschiedene ikonographische Darstellungen eines kalssischen Tropfenbleies

Text: Thomas Funke

Bild: Adobe Stock

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